Ehrenbürger der Stadt Bad Berka

Jahr der
Ernennung
Ehrenbürger
1861Heinrich Conrad Ludwig Goullon, Medizinalrat
1863Franz Hugershoff
1875Adolf Werner von Strauch, Hofjägermeister
1878Ferdinand Arnold Reinhard, Justizamtmann
1878Dr. med. Heinrich Göcking
1880Direktor Fritz Schubert
1886Hugo Fries
1887Franz Ferdinand Voigt, Rektor
1895Otto von Bismarck
1928Prof. Adolf Brütt, Bildhauer
1948Max Linke, Baumeister
1954Chefarzt Prof. Dr. Adolf Tegtmeier

Ehrenbürger der Gemeinde Bergern

1950August Rausche


Heinrich Conrad Ludwig Goullon (1801 - 1883)
Geheimer Medizinalrat  aus Weimar
Ernennung: 1861


Goullon war 1825/26 Badearzt in Berka, ab 1826 Niederlassung als praktischer Arzt in Weimar, wo er bis ins hohe Alter besonders als homöopathischer Arzt einen guten Ruf genoss.


Goullon prägte den Ausspruch: "Jeder Atemzug Berkaer Luft ist ein Dukaten wert".


In der Begründung zur Verleihung der Ehrenbürgerrechte betont Dr. Ebert, dass Goullon seit mehr als 30 Jahren eine große Anzahl Badegäste nach Berka schickt und damit zum Gedeihen des Badeortes beiträgt und dass er  selbst mit seiner Familie seit 25 Jahren jeden Sommer  mehrere Wochen in Berka  verlebt.

 

 


Franz Hugershoff (gestorben 1886 in Leipzig)
Mechanikus in Leipzig
Ernennung: 1863

Am 29.8.1863 stellt Badearzt Dr. Ebert den Antrag an den Berkaer Gemeinderat, dem Mechanikus Franz Hugershoff zu Leipzig das Ehrenbürgerrecht der Stadt Berka zu verleihen, da er selbst seit vielen Jahren  jeden Sommer zu längeren Badeaufenthalten im Ort weilt und eine gute Werbung für die Badeanstalt betreibt. Der Rat stimmt dem zu. 1886  findet sich in den Akten dann der kurze Hinweis, dass Ehrenbürger Franz Hugershoff zu Leipzig verstorben sei.

 

 

 

 


Hofjägermeister Adolf Werner von Strauch
Ernennung: 1875

 

Die Ehrenbürgerrechte wurden verliehen anlässlich seiner  Übersiedlung von Berka nach Eisenach für sein Wirken als Forstinspektor und Hofbeamter zum Wohle Berkas, als Vorsitzender des Hilfskomitees während des Krieges mit Frankreich, als Mitglied des Gemeinderates, als Dank auch an seine Frau, die Vorsitzende des Frauenausschusses war.

 

 


Justizamtmann Ferdinand Arnold Reinhard
Ernennung: 1878

 

Ferdinand Arnold Reinhard stand dem Justizamt Berka als Amtmann vor und war 1870 - 1878  Vorsitzender des Gemeinderates Berka. Nach der Übersiedlung des Justizamtes 1878 nach Blankenhain setzte er sich für die Einführung von Gerichtstagen in Berka ein.
Die Stadt Berka verlieh Justizamtmann Reinhard die  Ehrenbürgerrechte insbesondere für  sein achtjähriges Wirken als Vorsitzender des Gemeinderates. Reinhard verstarb am 22.6.1889. Die ihm gewidmete Reinhardsquelle  auf der Trebe wurde am 29.7.1886 auf Antrag des Verschönerungsvereins gefasst.

 

 


Dr. med. Heinrich Göcking
Ernennung: 1878

 

für sein Wirken für die Armen und Kranken

 

 


Direktor Fritz Schubert 
Ernennung: 1880

 

stammte aus Leipzig. Die Ehrenbürgerrechte wurden ihm verliehen für sein anhängliches und aufopferungsvolles Wirken für Berka, langjährige Besuche im Badeort und "...günstige Artikel in Zeitungen".

 

 


Hugo Fries (1818 - 1889)
Ernennung: 1886

 

Der junge Advokat Fries trat erstmalig im Revolutionsjahr 1848 hervor, wurde 1848/49 zum Vorsitzenden des Volksvereins Berka und von 1848 - 1850 zum Bürgermeister in Berka gewählt.1850 siedelte er nach Weimar über, wo er von 1862 - 1874 wieder Vorsitzender des Gemeinderates war.  In Weimar setzte sich Fries besonders für Gewerbefreiheit und Förderung der Wirtschaft sowie die Errichtung einer städtischen Realschule ein.  Er war Vorsitzender der Weimar-Geraer-Eisenbahngesellschaft, Abgeordneter des Thüringer Landtags und jahrelanger Landtags- und Landgerichtspräsident, gehörte dem Zollparlament und dem Deutschen Reichstag an.
Die Stadt Berka verlieh ihm 1886 die Ehrenbürgerwürde in Anerkennung für sein Wirken für Berka, insbesondere bei der Genehmigung der Weimar-Berka-Tannrodaer Eisenbahn.  Außerdem hatte er die Stadt Berka  über Jahrzehnte in verschiedenen rechtlichen Fragen immer wieder beraten.
Am 25. März 1889 verstarb Dr. jur. Hugo Fries, Landgerichtspräsident a.D. im 72. Lebensjahr in Weimar.  Übrigens: Die Stadt Weimar hatte ihm bereits 1874 die Ehrenbürgerwürde verliehen.

 

 


Rektor Franz Ferdinand Voigt
Ernennung: 1887

 

Rektor Franz Ferdinand Voigt verlieh die Stadt Berka die Ehrenbürgerrechte "in Anerkennung seiner Verdienste um die Schule und Stadt Berka". Neben seiner Tätigkeit als Rektor der Knabenschule war Voigt Ortsschulaufseher, sehr aktiv im Gemeinderat und verschiedenen Kommissionen. Er versah den umfangreichen Kantor-Dienst in der Kirche und begründete 1853 auch den
1. Berkaer Männergesangverein, den er über viele Jahre leitete.

 

 


Otto von Bismarck
Ernennung: 1895

 

Auf Vorschlag des Thüringer Städtebundes, an dessen Spitze die damaligen Oberbürgermeister der Städte Weimar, Erfurt und Gotha standen, wurde Altkanzler Otto von Bismarck anlässlich seines 80. Geburtstages von zahlreichen Thüringer Städten gemeinsam zum Ehrenbürger ernannt. Auch Berka beteiligte sich daran. Zusätzlich benannte die Stadt die damalige Poststraße (heute Bahnhofststraße) in Bismarckstraße um. Außerdem pflanzten Schulkinder im ehemaligen Schulhof am heutigen Goethehaus eine sog. Bismarckeiche, die aus dem Privatwald Bismarcks stammte.

 

 


Bildhauer Prof. Adolf Brütt (1855 - 1939)
Ernennung: 1928


Bildhauer Prof. Adolf Brütt
Bildhauer Prof. Adolf Brütt

Der Bildhauer Adolf Brütt hatte sich als Künstler bereits im ausgehenden 19. Jh. einen Namen gemacht und mehrere Auszeichnungen und Goldmedaillen, u.a. mit seiner "Schwerttänzerin" auf der Weltausstellung 1900 in Paris, erhalten.  1894 berief man ihn als Mitglied in die Akademie der Künste. Seine Arbeiten waren weithin gefragt. 1905 ging Brütt von Berlin aus nach Weimar an die Großherzoglich-Sächsische Kunstschule zum Aufbau der Weimarer Bildhauerschule. Auch die Weimarer Zeit von 1905 - 1910 war eine schaffensreiche. In diesen Jahren kaufte sich Brütt in Berka ein Haus (heute Adolf-Brütt-Straße 4), das er bewohnte, wenn er in Tiefengruben zur Jagd ging. 1910 siedelte Brütt wieder nach Berlin über, konnte aber an seine alten Erfolge nicht mehr anknüpfen, so dass er  1923 in sein eigenes Haus nach Bad Berka zurückkehrte und bis zu seinem Tod 1939 hier wohnte.
In Bad Berka erlangte er besondere Verdienste mit der Gestaltung des Denkmals für die Gefallenen des 1. Weltkrieges (Einweihung 1923).1928 schenkte er der Stadt eine Goethebüste und restaurierte 1929 die Löwenköpfe am Marktbrunnen.  Aus Dankbarkeit für sein uneigennütziges Wirken ernannte ihn die Stadt Bad Berka am 17.9.1928 zum Ehrenbürger.

 

 


Baumeister Max Linke (1877 - 1969)
Ernennung: 1948

 

Max Linke - Zimmerermeister und Baumeister - gründete bereits 1898 mit seinem Bruder Konstantin das Baugeschäft und die Zimmerei "Gebr. Linke". 1902 kam das Dampfsägewerk in der Weimarischen Straße hinzu. Im Verlaufe seines jahrzehntelangen Wirkens projektierte und baute Linke zahlreiche Häuser in Bad Berka und Umgebung, u.a. das Hotel "Wettiner Hof", die "Schlossbergterrasse", Wohnhäuser in der heutigen Max-Linke-Straße, in der Heinrich-Heine-Allee, in der Tannrodaer Straße usw. Nach 1945 setzte sich Linke als Mitglied des Bauausschusses für die Neugestaltung des Stadtbildes ein. Kostenlos fertigte er die Projekte für die Umgestaltung des Rathaussaales (1948) und für die Musikmuschel im Kurpark. Für seine Verdienste ernannte ihn die Stadt Bad Berka 1948 zum Ehrenbürger. 2001 wurde die ehemalige Harthstraße in Max-Linke-Straße umbenannt.

 

 


Chefarzt Prof. Dr. Adolf Tegtmeier (1894 - 1975) 

Ernennung: 1954


Prof. Dr. Adolf Tegtmeier
Prof. Dr. Adolf Tegtmeier

Für seine Verdienste um die Lungenheilung und das Gesundheitswesen in Bad Berka insgesamt  wurde Prof. Dr. Tegtmeier am 24.10.1954 zum Ehrenbürger ernannt.


Tegtmeier kam 1924 als Oberarzt an die Sophienheilstätte München und erlangte mit der Einführung neuer Operationsmethoden große Erfolge in der Bekämpfung der Tuberkulose. 1934 übernahm Tegtmeier als Chefarzt die Leitung der Heilstätte. Nachdem sich die Tuberkulose durch den 2. Weltkrieg erneut stark ausgebreitet hatte, entwickelte Tegtmeier Pläne für ein neues modernes Klinikum in Bad Berka und setzte dessen Bau im Gesundheitsministerium auch durch.

 

Die Zentralklinik Bad Berka wurde der 1. Krankenhausneubau  und führendes medizinisches Zentrum in der DDR.

Prof. Dr. Adolf Tegtmeier leitete sie bis Ende 1966.

 

 


  


Ehrenbürger der Gemeinde Bergern

August Rausche (1860 - 1951)

 

August Rausche (geb. am 17.12.1860 in Bergern, gest. am 20.4.1951 in Bergern) war Landwirt und über viele Jahre Bürgermeister der Gemeinde. Das Ehrenbürgerrecht verlieh ihm das Dorf zum seinem 90. Geburtstag am 17.12.1950 "...in dankbarer Würdigung seines Wirkens zum Segen der Gemeinde Bergern als Bürgermeister, besonders in Anerkennung seines Verdienstes um die Erbauung der Schule und der Wasserleitung..."