verdienstvolle Bürger der Stadt Bad Berka

Nachfolgend machen wir mit verdienstvollen Bürgern von Bad Berka bekannt, die zu ihren Lebzeiten in unterschiedlichster Weise (neben den bereits genannten Ehrenbürgern und Bürgermeistern) die Entwicklung dieser Stadt prägten - als Mediziner, Künstler, Lehrer, als Kinderheimmutter oder Schriftsteller.

 

Die alphabetische Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird ständig weiter bearbeitet.

 

Asendorpf, Bartold
(1888 - 1946)
                
Kunstmaler
Brütt, Adolf, Prof. (1855 - 1939)Bildhauer und Ehrenbürger der Stadt Bad Berka
Ebert, Karl  Dr. 
(gest. 1887)
 1847 - 1881 Badearzt in Berka, führte u.a. Ziegenmolkenkuren und Sandbäder in Berka ein
Eyermann, Bruno (1888 - 1961)Bildhauer, Graveur, wohnte nach dem 2. Weltkrieg zeitweise in Bad Berka, künstlerische Werke Figur auf Goethebrunnen, Denkmal für die Opfer des Faschismus
Flitner, Wilhelm
(1889 - 1990)
Pädagoge und Kulturphilosoph, Begründer der Volkshochschule, in Bad Berka geboren
Geist, Ludwig
(1776 - 1854)
Korbmachermeistersohn aus Bad Berka, besuchte Lehrerseminar, 1795 - 1804 Diener und Sekretär Goethes, anschließend Hofrevisor am großherzoglichen Hof in Weimar
Gensichen, Gertrud (1870 - 1947)kümmerte sich um  vernachlässigte, elternlose Kinder, gründete ohne staatliche Unterstützung mehrere Kinderheime, darunter ab 1921 ein Kinderheim am Hexenberg in Bad Berka
Goullon, Heinrich (1801 - 1883)Arzt und Homöopath, 1825/26 Badearzt in Berka a.d.I., prägte Ausspruch "Jeder Atemzug Berkaer Luft ist ein Dukaten wert"
Hasche, Eberhard, Prof. Dr.
(1920- 1973)
einer der bedeutendsten Herz- und Lungenchirurgen Mitteldeutschlands in den 1950er und 60er Jahren, begründete den guten Ruf des herzchirurgischen Zentrums in Bad Berka
Hellberg, Martin (1905 - 1999) Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller, lebte seit 1968 in Bad Berka
Linke, Max
(1877 - 1969)
Baumeister und Ehrenbürger der Stadt Bad Berka
Scholz, Johann
(1878 - 1922)

gründetete in Bad Berka erste Eigenheimbau-Genossenschaft, SPD-Landtagsabgeordneter

Schütz, Heinrich Friedrich
(1779 - 1829)
seit 1799 Mädchenschullehrer und Organist, Initiator der Badeanstalt, 1. Badeinspektor, Freund von Johann Wolfgang von Goethe
Szpinger, Alexander von (1889 - 1969)Kunstmaler, wohnte in Weimar, Sommerhaus in Bad Berka
Stein, Martha
(1875 - 1944)
Wohltäterin der Stadt Bad Berka, spendete mehrfach erhebliche Beträge für soziale Zwecke und  schenkte der Stadt ihr Haus "Mirador" am Adelsberg (seit 1948 Kindergarten "Am Adelsberg")
Strauchenbruch       Paul 
(1873 - 1922)
erwarb sich von 1902 bis 1922 als Bürgermeister von Bad Berka große Verdienste um die Entwicklung der Stadt und des Kurwesens
Tegtmeier, Adolf, Prof. Dr.
(1894 - 1975)

Mediziner, Chefarzt der Sophienheilstätte und Zentralklinik Bad Berka, Ehrenbürger der Stadt Bad Berka

Willrich, Ernst August  Dr. 
(1846 - 1903)

1882- 1898 Badearzt in Berka konzentrierte sich vorrangig auf Behandlung lungenkranker Patienten und legte Grundstein für die Lungenheilung in Bad Berka

 

 

 

 

 

Bartold Asendorpf wurde am 14. Mai 1888 in Stettin als Sohn eines Kaufmanns geboren. Die Liebe zur Malerei entdeckte er schon früh, absolvierte nach dem Besuch des Realgymnasiums eine Lehre als Dekorationsmaler und studierte schließlich von 1906 - 1909 auf der Kunstschule in Weimar. 1909 ging Asendorpf nach Berlin, wo er fünf Jahre lang ein Atelier unterhielt und 1912 die Kunstgewerblerin Grete Steinmetz heiratete. Seine Werke präsentierte er mehrfach in Gemeinschaftsausstellungen mit den Gruppen "Neue Secession", Berliner Secession" und "Freie Secession".

1917 zog Asendorpf mit seiner Familie nach Bad Berka und schloss sich 1924 der Thüringer Gruppe um Alfred Ahner, Charles Grodel und Alexander von Szpinger an, mit denen er mehrfach gemeinsam ausstellte. Da  er allein mit der Malerei seine Familie nicht ernähren konnte, gründete Asendorpf gemeinsam mit seiner Frau in Bad Berka eine Werkstatt für Holz- und Metallverarbeitung. Gleichzeitig spezialisierte man sich auf Lederbatik.

Durch die Reichskulturkammer wurden Asendorpfs Werke 1943 als "minderwertige Kunsterzeugnisse" eingestuft. Mit 56 Jahren wurde der Maler 1944 zum Volkssturm eingezogen. Aus amerikanischer Gefangenschaft konnte er zwar fliehen, geriet dann aber in Bad Berka wegen des angeblichen Besitzes einer Pistole in sowjetische Gefangenschaft und wurde in das Internierungslager Buchenwald eingeliefert. Dort starb er 1946.