Rundwanderwege um Bad Berka

Die Rundwanderwege, die um Bad Berka herum angelegt wurden, sind nach Persönlichkeiten benannt, die in Bad Berka lebten und arbeiteten.

(Die Zeitangaben beziehen sich auf ein mittleres Spaziergänger-Tempo.)


Ludwig-Häfner-Weg (180 min)

Route: Goethebrunnen – Verlobungstempel - Paulinenhütte – „Ich grüne zuerst“ - Paulinenturm – Walpertalhütte – Saalborn – Dammbachsgrund – Gottesbrünnlein – Herthasee und zurück zum Ausgangspunkt

 

Ludwig Häfner (1935 – 2014) war von Beruf Tischlermeister, arbeitete mit Begeisterung aber auch als Archivar und Stadtchronist. Viele Bauwerke und Projekte in Bad Berka tragen seine Handschrift: das Stadtarchiv, in dem er nach 1990 sein Hobby zum Beruf machen konnte. Der Paulinenturm, den er 1982 vor dem Einsturz rettete, eine Interessengemeinschaft gründete, Baumaterial, Bergsteiger und Technik organisierte und in unzähligen Arbeitsstunden für den Erhalt des Bad Berkaer Wahrzeichens sorgte. Auf ähnliche Art rettete er die denkmalgeschützte und in den 1980er Jahren ebenfalls vom Verfall bedrohte Pfarrbrücke. Ludwig Häfner rückte die wechselvolle Geschichte von Kurpark, Coudrayhaus, Zeughaus und Rathaus ins richtige Licht, belebte die Tradition der Bad Berkaer Brunnenfestumzüge wieder neu, holte nach 1990 den  Schlossberg aus seinem Dornröschenschlaf und legte Rundwanderwege um Bad Berka an. Wichtig war ihm bei allem, Bad Berkas Vorzüge, die schöne waldreiche Umgebung, die inte  ressante

Geschichte und die vielen oft unbemerkten oder vergessenen  Sehenswürdigkeiten rund um die Kurstadt wieder zugänglich zu machen und sinnvoll mit der Kurortentwicklung zu verknüpfen.
Die 11 km lange Tour verbindet einige Orte und Projekte, die Ludwig Häfner immer am Herzen lagen.


Heinrich-Schütz-Weg (150 min)

Wandergruppe durch den Dammbachsgrund

Route: Goethebrunnen - Trebestraße - Reinhardsquelle - Neusaalborn - Dammbachsgrund - Dreiteichsgrund - vorbei an der 1918 erbauten Katholischen Kirche - zurück zum Goethebrunnen

 

Heinrich Friedrich Schütz (1779 - 1829) war ab 1799 Berkas Mädchenschullehrer und Organist. Er regte am herzoglichen Hof in Weimar an, die in Berka hervortretenden Heilwasser für Kurzwecke zu nutzen. Herzog Carl August griff die Idee auf, und befahl den Bau einer Badeanstalt in Berka. Schütz hatte neben seinen anderen Aufgaben nun auch noch die Bautätigkeit zu überwachen. Dabei arbeitete er eng mit Goethe zusammen. Zwischen beiden Männern entwickelte sich bald eine für beide Seiten wertvolle Freundschaft. Mit Eröffnung des Bades am 24. Juni 1813 wurde Schütz zum Badeinspektor berufen. 


Justizrat-Reinhard-Weg (60 min)

Route: Goethebrunnen - Trebestraße - Reinhardsquelle - Heustielhütte und zurück zum Ausgangspunkt

 

Justizrat Reinhard (gest. 1889) war Ehrenbürger der Stadt Berka. Acht Jahre wirkte er als Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates sehr aktiv zum Wohle der Stadt. Die Reinhardsquelle wurde mit finanzieller Unterstützung des Justizrates gebaut und später zur Ehrung seiner Verdienste nach ihm benannt.


Förster-Brommer-Weg (180 min)

Route: Ziegelbrunnen - Zeughaus - Johann-Scholz-Straße - Gewerbegebiet - Erfurter Tal - Erfurter-Tal-Hütte - zum Kammweg des Wacholderberges mit Ausblick auf Tiefengruben und zurück nach Bad Berka; unterwegs herrliche Ausblicke

 

Der Bad Berkaer Karl Brommer (1883 - 1969) war im Berkaer Revier 1926 - 1945 als Förster tätig. Bekannt und beliebt wurde Förster Brommer besonders durch sein Jägerlatein und die abenteuerlichen Jagdgeschichten.

 

 


Prof.-Tegtmeier-Weg (120 min)

Route: Ziegelbrunnen - Tiefengrubener Straße - Steingraben - Sitzgruppe an der Märchenwiese - über die in den Hochwald hineinführende Tiefengrubener Allee und einen gut ausgeschilderten Querweg zur Harth-Allee - an der Zentralklinik vorbei - Max-Linke-Straße - Hohlgasse - zurück zum Ausgangspunkt

 

Prof. Dr. Adolf Tegtmeier (1894 - 1975), Ehrenbürger der Stadt Bad Berka, war bis 1966 ärztlicher Direktor der Zentralklinik. Seit 1924 kämpfte er als Arzt in der damaligen Sophienheilstätte gegen die Volksseuche Tuberkulose. Ab 1934 Chefarzt, wurde nach seinen Plänen ab 1951 die Zentralklinik für Lungenkrankheiten in Bad Berka errichtet. Ihm ist es mit zu danken, dass in den nachfolgenden Jahren die Tuberkulose besiegt werden konnte.


Ludwig-Geist-Weg (120 min)

Kapitelle des ehemaligen Jagdschlosses Hirschruf
Kapitelle des ehemaligen Jagdschlosses Hirschruf

Route: Goethebrunnen - Goetheallee im Kurpark - Aufgang Coudray-Haus zur Paulinenhütte - Richtung Töpferweg/Hetschburg - Grafenholzhütte oberhalb Hetschburg bergauf zum Adelsberg mit dem Paulinenturm - Waldstraße bergab Richtung Bad Berka - vorbei an den Kapitellen (Überreste vom Jagdschloss Hirschruf, das sich im 18. Jh. im Waldgebiet zwischen Bad Berka und Blankenhain befand) - Paulinenhütte - Coudray-Haus - Kurpark Bad Berka

 

Ludwig Geist (1776 - 1854): Korbmachermeistersohn aus Bad Berka, besuchte in Weimar das Lehrerseminar, war 1795 - 1804 Diener und Sekretär bei Goethe, anschließend Hofrevisor am großherzoglichen Hof in Weimar, machte bereits 1807 auf die Heilquelle (heute Goethebrunnen) aufmerksam.

 

 


Hexenberg-Rundweg (180 min)

Blick von Bergern nach Buchenwald

Route:  Ziegelbrunnen - Zeughaus - Johann-Scholz-Straße - Troistedter Straße - Grundschule Am Hexenberg - oberhalb der Bushaltestelle an der Waldkante des Hexenbergers entlang - Richtung Tiefborn - Abstecher zur Pestilenzeiche möglich - Breitenberg-Blick ins Weimarer Land - Hexenberghütte - Abstecher zum höchsten Punkt des Hexenberges (442 m) - Abstieg über den Hainberg - Mutter Gensichen Hütte - zurück zur Grundschule.

Streckenniveau 272 - 442 m ü. NN

 

 

Das historische Jagdzeughaus gleich zu Beginn der Route in unmittelbarer Nähe des Ziegelbrunnens wurde 1739 im Auftrag des Weimarer  Herzogs zur Unterbringung der Jagdwagen und Jagdgerätschaften errichtet. Das Gebäude beherbergt heute als Bad Berkaer Bürgerhaus die Bibliothek, Stadtarchiv, Festsaal, Kegelbahn und Gaststätte.

Der Hexenberg ist der historisch interessanteste Berg der Umgebung. Einst trug er den Namen Brestlingsberg ( nach den früher  reichlich wachsenden Brestlingsbeeren - Walderdbeeren).

1673 wurden in seinem Bereich eine der Hexerei bezichtigte Frau aus Berka verbrannt, daher der Name Hexenberg. Weiteren Überlieferungen zufolge, feierten Nichtgläubige nach Einführung des Christentums auf dem Gipfel ihre heidnischen Bräuche.

 


Von Riesen, Rittern und Mythen

...erzählt der Erlebnispfad auf dem Schlossberg Bad Berka

 

Einen Natur-Erlebnispfad der besonderen Art bietet der Bad Berkaer Schlossberg. Auf phantasievolle Weise erzählt Maskottchen Eichold von Riesen, Rittern und Schätzen, von der Ilmnixe Erlinde oder von der Ulme, die der Ilm ihren Namen gab. Auf spielerische Weise erfahren kleine und große Leute Interessantes aus der lebhaften Geschichte  dieser Region und werden zum Rätseln und Mitmachen angeregt.

Das heute als Bodendenkmal geschützte Areal war ab Ende des 13. Jh. Sitz der Herren von Berka, die dort bis Anfang des 17. Jh. lebten. Die Stimmung dieses verzauberten Ortes und die Ruinen der einstigen Burg weckten schon Goethes Phantasie, so dass er den Berkaern bereits vor 200 Jahren riet, den am Ortsausgang Richtung Hetschburg gelegenen Schlossberg für Besucher zu erschließen.

Die  Burganlage steht als wertvolles Zeugnis zur mittelalterlichen Geschichte des Ilmtales und des Ortes  unter Denkmalschutz. Die wenigen noch vorhandenen Mauerreste drohten in den vergangenen Jahren in den ehemaligen Burggraben zu stürzen. Daher fanden 2009 und 2010 Sicherungsarbeiten zur Bewahrung der südwestlichen Außenmauer der Kernburg  statt.

 

Zugang zum Schlossberg: Hetschburger Straße gegenüber Parkplatz Coudray-Haus

Länge:   1,8 km