Kneipp-Bewegung in Bad Berka

Das von Pfarrer Sebastian Kneipp entwickelte ganzheitliche Naturheilverfahren ist in Bad Berka auf vielfältige Weise erlebbar: in den modernen Kneipp-Anlagen ebenso wie auf dem neuen Kneipp-Rundweg.

 

Vermittlung von Kneipp-Programmen, Führungen, Vorträgen:

- Tourist-Information Bad Berka

- Kneipp-Verein Bad Berka e.V.

- Kneipp-Verein Erfurt e.V.

 


Die Kneipp-Anlagen

Kneipp-Anlage am Goethebrunnen

Das heilsame Wasser des Goethebrunnens am Eingang des Bad Berkaer Kurparks entfaltet seine Wirkung nicht nur bei der Trinkkur. Es umspielt Beine und Arme auch in der 2005  eröffneten Kneipp-Anlage direkt neben dem Brunnen. Wassertreten wirkt tagsüber erfrischend und abends beruhigend, stärkt Kreislauf und Immunsystem. Ein Barfußpfad mit unterschiedlich strukturierten Belägen regt zusätzlich die Durchblutung an und intensiviert die Wirkung des Wassertretens.


Kneippbecken im Dammbachsgrund

Bad Berkas 2. Kneipp-Tretbecken befindet sich auf dem Carl-Alexander-Platz, mitten in dem idyllischen Waldtal des Dammbachsgrundes. Das 2009 eröffnete Naturbecken bietet eine ideale Möglichkeit zur Abkühlung während eines Spazierganges, einer Wanderung, Rad- oder Nordic-Walking-Tour.

Die Carl-Friedrich-Quelle in unmittelbarer Nachbarschaft des Kneippbeckens gehört zu den beliebten Waldquellen des Dammbachsgrundes.


Kneippbecken am Gottesbrünnlein

 

Ein echter Geheimtipp ist die dritte Kneipp-Anlage unterhalb des Gottesbrünnleins. In Betrieb genommen wurde sie am 31. August 2010. Das idyllisch im Wald gelegene Tretbecken entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Forstamt Bad Berka. Ideal für eine kräftige Durchblutung nach dem Wassertreten ist anschließendes Barfußlaufen über Fichtenzapfen, durch Schlamm und auf dem natürlichen Waldboden.


Kneipp-Rundweg Bad Berka

Der mit diesem Logo gekennzeichnete Kneipp-Rundweg bietet Wasser und Bewegung in faszinierender Landschaft, dazu Informationen und Aktionsmöglichkeiten entsprechend der von Kneipp entwickelten Gesundheitslehre.

 

 

Länge:  9 km

 

Route:  

Kneipp-Anlage Goethebrunnen - Dammbachsgrund - Carl-Alexander-Platz mit Naturkneippbecken - Hubertusquelle - Diesterwegquelle - Gottesbrünnlein mit Kneippbecken - Rhododendrongarten - Herthasee - Freibad Bad  Berka - Goethebrunnen


Tretbecken, in dem Kinder und Erwachsene die Kneippschen Regeln anwenden

Genaue Beschreibung der Route:

Ausgangspunkt der Wanderung ist die Kneipp-Anlage  am Goethebrunnen mit Fußtret- und Armbecken sowie einem Barfußpfad. Eine informative große Tafel weist auf die 5 Säulen der Kneippschen Lehre hin. Unterwegs bieten weitere Tafeln vertiefendes Wissen und Aktionsmöglichkeiten zu den einzelnen Säulen. Nun folgt man dem blauen  Kneipp-Symbol auf weißem Grund. Der Weg führt zur Parkstraße, überquert die B85 und mündet auf der gegenüberliegenden Seite in die Trebestraße. Vorbei geht es am Ilmparadies - einer Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche. Am Ende des Grundstückes besteht die Möglichkeit, den Kneipp-Rundweg nach links in Richtung Freibad zu beginnen oder zunächst weiter geradeaus und dann rechts in Richtung Katholische Kirche. Unterhalb der Kirche schlängelt sich der Weg wildromantisch auf einem Pfad durch Mischwald. Am Ende lädt eine Sitzbank zur ersten Rast. Weiter geht es links einen kurzen Anstieg hinauf. Dann mündet der Kneipp-Rundweg rechts auf eine Waldstraße und verläuft ein Stück gleichzeitig mit dem  Ilmradweg sowie weiteren örtlichen Wander- und Nordic-Walking-Wegen. 


Nach einigen hundert Metern ist der Eingang des Dreiteichsgrundes erreicht. Auch hier bietet eine Schutzhütte mit Grillplatz die Möglichkeit zur Rast. (Eventuelle Grillfeste bitte unbedingt vorher beim zuständigen Revierförster anmelden). An den drei Teichen vorbei geht es nun weiter in Richtung Carl-Alexander-Platz.

Schon zur Zeit der Badegründung 1813 war das Waldtal des Dammbachsgrundes ein bliebtes Wanderziel der Badegäste. Auch große Trachtenfeste, Sommer- oder Waldfeste fanden dort statt.

 

Der Name des Platzes erinnert an den Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach. Der steinerne Obelisk wurde 1878 zu Ehren des 25-jährigen Regierungsjubiläums dieses Großherzogs  errichtet. Nach dem Tod des Großherzogs Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach hatten die Berkaer 1853 bereits die in unmittelbarer Nähe befindliche Waldquelle gefasst und sie in Dankbarkeit und Erinnerung Carl-Friedrich-Quelle genannt. 

 

In den 1920er und 30er Jahren rückte das Waldgebiet sogar in den Blickpunkt der gesamtdeutschen Geschichte. 1924 forderten die in zahlreichen Verbänden organisierten Kriegsteilnehmer des I. Weltkrieges die Schaffung eines Reichsehrenmales für die Gefallenen des Krieges 1914-1918. Neben zahlreichen namhaften Bewerberstädten aus ganz Deutschland wurde auch das Waldgebiet zwischen Bad Berka, Blankenhain und Tannroda als Ehrenhaingelände vorgeschlagen. Mittelpunkt dieses Haines sollte der Carl-Alexander-Platz werden. Nach jahrelangen Diskussionen fasste am 27. März 1931 die Reichsregierung einen Beschluss zu Gunsten von Bad Berka. Umgehend wurde zu einem Wettbewerb zur Gestaltung des Geländes und zur Errichtung eines Ehrenmales aufgerufen. Angedacht waren breite Zufahrtswege aus allen vier Himmelrichtungen zu einem 5000 Besucher fassenden Platz. Ringsum sollten auf fünf Terrassen Monumente zur Erinnerung an die Orte der Schlachten entstehen. Auch ein "See der Stille" und ein Ehrenmal mit einer ewigen Flamme und Urnen mit "heiliger Erde" von allen Schlachtfeldern war vorgesehen. Architekten und Künstler reichten 1828 Entwürfe ein, 20 wurden ausgewählt und in Modellen in Bad Berka ausgestellt. Die Preisverleihung war von Anfang an umstritten. Drei der fünf Frontkämpferverbände waren mit der Auswahl nicht einverstanden und zogen ihre Zustimmung zurück. Der inzwischen an die Macht gekommene Hitler hatte ohnehin andere Pläne. Er erklärte 1934 die bereits vorhandene Festung "Tannenberg" im damaligen Ostpreußen zum Reichsehrenmal. Damit waren die "hochfliegenden Pläne" erledigt und die schöne Waldlandschaft blieb erhalten.

 

Das 2009 eröffnete Naturkneippbecken auf dem Carl-Alexander-Platz ist bei vielen Wanderern und Radlern beliebt. Gespeist wird es von der Carl-Friedrich-Quelle.


Nach einer Rast und Erfrischung führt der Weg weiter durch den Dammbachsgrund - vorbei an Fischteichen und verschiedenen Tafeln mit Informationen über die 5 Säulen der Kneipp'schen Gesundheitslehre.

Am Ende des Tales trifft man auf eine Waldhütte und eine weitere beliebte Quelle. Beide tragen den Namen des Schutzpatrons der Jäger, des heiligen Hubertus.

 

Bereits ca. 400 m weiter, etwas zurückgesetzt, befindet sich die nächste Quelle. Sie wurde 1994 gemeinsam von Schülern der Förderschule für Sehbehinderte und Blinde in Weimar sowie Mitarbeitern des Jugendwaldheimes in Bergern errichtet und nach dem bedeutenden fortschrittlichen Pädagogen und Schulpolitiker Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg benannt.

 

Der Bach, in den sich die drei beschriebenen Quellen ergießen, ist der Dammbach. Er fand schon im 16. Jh. Erwähnung und trägt seinen Namen von den Dämmen, die man zum Anlegen von Teichen für die Fischzucht errichtete.

 


Einige Meter weiter zweigt die Route nach links ansteigend ab. Auf weichen Wegen geht es bis zum Waldrand, wo ganz Hungrige nur wenige Schritte entfernt, eine Einkehrmöglichkeit im Waldgasthaus Dambachsgrund finden.

Der Kneipp-Rundweg führt  nach links auf der Waldstraße entlang mehrere hundert Meter bergab, bis er links wieder in den Wald einbiegt. Hier ist etwas Achtsamkeit beim Laufen geboten, da sich die Wurzeln der alten Nadelbäume teilweise direkt über den Weg schlängeln.

Bald ist jedoch das Gottesbrünnlein erreicht. Der Weg bildet hier die Grenze zwischen Gemeindeforst und Kirchenwald. Letzterer - früher auch als Gottesholz bezeichnet, gab der schon 1764 erwähnten Quelle ihren Namen.


Oberhalb der Quelle befindet sich der Rhododendrongarten. 1957 legte die Gärtnerei Gramm aus Weimar diesen Bereich als Versuchspflanzung für Moorbeetkulturen an. Heute erfreut dieser mitten im Wald versteckte Garten besonders im Mai/Juni zahllose Besucher mit seiner bunten Vielfalt und Blütenpracht.

 

Das Wasser des Gottesbrünnleins speist ca. 100 m weiter das 3. Bad Berkaer Kneippbecken. Es entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und dem Forstamt Bad Berka. Die Übergabe fand am 31. August 2010 statt.


Noch einige Meter weiter mündet das Wasser des Gottesbrünnleins in den Herthasee. Dieser kleine Waldsee entstand 1885 im gemeinsamen Wirken des Berkaer Verschönerungsvereins und der damaligen Forstverwaltung. Sein Name geht angeblich auf eine Sagengestalt, und zwar auf die schöne Nixe Hertha zurück, die in Vollmondnächten an solch einem See erschien.

 

Der Kneipp-Rundweg trifft nun auf den früheren Bahndamm der einstigen Bahnlinie Weimar-Berka-Blankenhain. 1887 eröffnet, bestand der Eisenbahnverkehr nach Blankenhain bis 1967.

 

An dem beliebten Freibad Bad Berka geht es vorbei und zurück zum Goethebrunnen.