Ortsteile

Zur Stadt Bad Berka mit ihrem Ortsteil München gehören seit der Verwaltungsreform 1994: die Orte Tannroda mit Böttelborn und Kottendorf, Bergern, Schoppendorf sowie Meckfeld und Tiefengruben. Seit dem 1. Dezember 2008: Gutendorf.

Bergern

Ortsteilbürgermeister

  • Kirchner, Rolf

 

Mitglieder Ortsteilrat

  • Almeroth, Jutta
  • Böttner, Sybille
  • Dr. Völker, Stefan
  • Wittig, Wolfram

Bergern liegt auf dem flachen Osthang des des Hexenberges in einer Höhe von 396 m. Zur urkundlichen Ersterwähnung kursieren mehrere Jahreszahlen, die sich jedoch nicht auf Bergern bei Bad Berka beziehen, sondern auf Bergern bei Keßlar. Erst in einem Schriftstück aus dem Jahr 1534 wird Bergern im Zusammenhang mit den Brüdern Kirstan und Wilhelm von Witzleben zu Berka genannt. Dennoch reicht die Besiedlung des Gebietes viel früher zurück, wie Funde beweisen. Der Ortsname bedeutet "bei den Bergbewohnern". Das Dorf gehörte im Mittelalter zur Herrschaft Berka, später kam es unter die Gerichtsbarkeit des Rittergutes in Bergern. Die Einwohner lebten von der Landwirtschaft, wobei neben dem Rittergut in geringem Umfang auch klein- und vereinzelt mittelbäuerlicher Besitz vorhanden war. Unter den Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg sowie in der Schlacht bei Jena und Auerstedt hatte der Ort sehr zu leiden. Die Kirche wurde im 30jährigen Krieg völlig zerstört. 1693 richteten sich die Bergerner in einem Schafstall eine provisorische Kirche ein, daher die Bezeichnung "Zum Kripplein Christi", die auf die 1696 neu eröffnete Kirche überging.

Ehrenmedaille der Stadt Bad Berka für Kirmes- und Festgesellschaft Bergern e.V. zum Neujahrsempfang 2009

 

Filmbeiträge von Bad Berka TV über  Bergern

Im Beisein von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus fand am 5. Juli 2008 in Bergern ein Festgottesdienst zur Übergabe der neu gestalteten  Dorfkirche "Zum Kripplein Christi" statt.

Inspirator und Motor war der bekannte irisch-amerikanische Maler und Aktionskünstler Matt Lamb, der sich in Bergerns kleine Dorfkirche verliebt hatte. Bereits bei seinem ersten persönlichen Besuch am 26. August 2007 brachte er  mehrere Ölgemälde in der Kirche an. Bei seinem 2. Aufenthalt vom 29. Februar bis 3. März 2008 verband Lamb gemeinsam mit vielen Helfern aus dem Dorf die Gemälde untereinander durch eine farbenfrohe Gestaltung und gab der Kirche damit ein völlig neues Aussehen.

Die Intensität der üppigen Bemalung überrascht und beeindruckt, regt zu Gesprächen an und lässt verstummen. Dargestellt ist symbolhaft die christliche Heilsgeschichte in ihrer Großartigkeit, das "Wirken Gottes und Jesus Christi - vom Auftrag Gottes an Jesus, die Welt zu retten, bis zur Erlösung der Welt" (Matt Lamb über sein Werk).

Damit setzte der Künstler eine Gemeinschaftsaktion in Gang, die ihresgleichen sucht und die Bergerns Dorfgemeinschaft ganz besonders zusammenschweißte. Gemeinsam mit Matt Lamb  verwandelten sie die kleine Dorfkirche in einen Ort der Begegnung von Kunst und Gott.

Bis zum letzten Tag vor der Eröffnung arbeiteten die Mitglieder der Kirmes- und Festgesellschaft Bergern fieberhaft an der Fertigstellung der Kirche. Geduldig befreiten sie das gesamte Gehölz (Altar, Orgel, Empore und Gestühl) von der alten Farbe, strichen in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege neu und renovierten die Fenster. Die Arbeiten an der Außenfassade übernahm eine Fachfirma.

Entstanden ist ein Gotteshaus, das für Thüringen, für ganz Deutschland einmalig ist. Das betonten in ihren Ansprachen Oberkirchenrat Reinhard Werneburg ebenso wie der Ministerpräsident Dieter Althaus und der Direktor des Europa-Museums Schenken Dominicus Hubertus Rohde. Ohne all die vielen Helfer und die großzügige finanzielle Unterstützung der Sparkasse Mittelthüringen wäre all das in so kurzer Zeit allerdings kaum denkbar gewesen.

In das Ehrenbuch der Stadt Bad Berka schrieb Ministerpräsident Althaus anlässlich der Übergabe der Kirche: "Dieser Mittelpunkt in Bergern erstrahlt im neuen Glanz. Möge dieser Glanz die Menschen in Bergern verbinden und vielen Gästen eine Einladung sein. Freiheit braucht Frieden! Dieter Althaus"

   

Gutendorf

Ortsteilbürgermeisterin

  • Reichardt, Kathrin

 

Mitglieder Ortsteilrat

  • Damm, Heiko
  • Jahn, Elisabeth
  • Wurmstich, Gerhard
  • Zimmer, Florian

Gutendorf mit seinen rund 230 Einwohnern befindet sich im westlichsten Teil des Kreises Weimarer Land, ca. 6 km von Bad Berka entfernt.

Vom 471 m hohen Rüttelsberg, dem Hausberg der Gutendorfer, hat man bei guter Sicht einen herrlichen Blick weit in das Thüringer Land, insbesondere zum Thüringer Wald mit Inselsberg und in das Saaletal sowie zum Brocken.

Gutendorf wurde 1342 in einer Urkunde des Landgrafen Friedrich II. von Thüringen erstmals erwähnt und gehörte zur Herrschaft Tonndorf, kam aber mit dieser 1346 nach dem Grafenkrieg an Erfurt als Mainzer Lehen. In den weiteren Jahren wechselte die Zugehörigkeit Gutendorfs zwischen Sachsen (1592), Erfurt (1680) und Sachsen-Weimar (1815). Anschließend gehörte es zum Verwaltungsbezirk Weimar (1850), ab 1922  Landkreis Weimar.

Mit der Neueinteilung des Landes Thüringen 1950/52 in die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl wurde Gutendorf im Bezirk Erfurt dem Kreis Weimar zugeordnet, ab 1994 Kreis Weimarer Land mit der Kreisstadt Apolda. In jenem Jahr schloss sich Gutendorf an die Verwaltungsgemeinschaft "Grammetal" an. Seit 1. Dezember 2008 ist Gutendorf Ortsteil der Einheitsgemeinde Bad Berka.

Kriege, die "Thüringer Sintflut", Unglücksfälle und Katastrophen haben auch vor den Toren Gutendorfs nicht halt gemacht. So litt der Ort im 30jährigen Krieg, aber auch die Kriege 1806 und 1813 hinterließen ihre Spuren.

Kunstgeschichtliches Interesse erweckt die kleine Kirche auf dem teilweise ummauerten einstigen Friedhof. Die Kirche ist dem Heiligen Severinus geweiht, und heißt deshalb Severinuskirche. Sie ist als spätromanische Chorturmkirche im 13. Jahrhundert geschaffen und 1692 und 1714 barockisierend umgebaut worden. Der Innenraum wird von einem Tonnengewölbe überspannt und vom barocken Umbau bestimmt. Kanzelaltar, Taufstein und Doppelemporen stammen aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Ebenso interessant sind am Haus Nr. 13 das noch erhaltene Kalksteinportal aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und das 1804 erbaute Haus Nr. 35 mit seiner Sonnenuhr über dem Portal.

Die Landwirtschaft  bildete die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung Gutendorfs. Aber auch Wald- und Steinbrucharbeiten trugen zum Broterwerb bei. Bergmännische Schürfversuche im Jahr 1862 liefen erfolglos aus.

Mit der Wiedervereinigung  taten sich in Gutendorf neue Möglichkeiten auf. Viele Bürger setzten ihre Häuser weiter instand oder verbesserten ihre Wohnqualität. Die attraktive landschaftliche Lage und die Nähe zu Erfurt und Weimar trugen zur Entstehung von schmucken Neubauten in der Hinterdorfstrasse und an weiteren Standorten bei.

Die Kirche wurde saniert. Im Rahmen der Dorferneuerung konnten die Dorfstrassen grundhaft ausgebaut, Gehwege und Hofeinfahrten gepflastert, Wasser- und Abwasserleitungen erneuert, die Leitungen von TEAG und Telekom unter die Erde verlegt werden. Der für die Abwasserbehandlung angelegte Oxydationsteich ist auf dem neuesten Stand der Technik.

Auch der  Dorfplatz erhielt mit  Bänken, Leierborn, Waidstein und neuen Buswartehäusern eine völlig neue Gestaltung.

Das 1976 gebaute und in den vergangenen Jahren sanierte Kulturhaus ist Zentrum der Freizeitaktivitäten im Ort. In ihm befinden sich mehrere Räumlichkeiten sowie ein großer Saal, die einzeln oder komplett auch für Feiern und Familienfeste gemietet werden können.

Die Freizeit- und Vereinstätigkeiten im Ort werden hauptsächlich von der Kirmesgesellschaft getragen. Hauptereignis ist die mehrtägige Kirmesfeier, die jeweils am ersten Novemberwochenende stattfindet. Darüber hinaus werden jährlich ein Kinder- und Dorffest, ein Fußballturnier, ein Flurzug und weitere Veranstaltungen durchgeführt.

   

Meckfeld

Ortsteilbürgermeister:

  • Reusse, Türk

 

Mitglieder Ortsteilrat:

  • Hupel, Susan
  • Jurisch, Manuela
  • Möller, Karl-Heinz
  • Schedlinski, Ramona

 

Meckfeld mit eigenem Internetauftritt

Meckfelder Sommerfest

 

Meckfeld liegt östlich von Klettbach auf einer Hochebene zwischen zwei bewaldeten Anhöhen an der Landesstraße 2166, die von Bad Berka nach Klettbach auf die Landesstraße 1052 zur Bundesautobahn 4 und zur Anschlussstelle Erfurt Ost führt. Die Böden der Hochebene sind meist aus verwitterten Muschelkalk und dazu noch grundwasserfern. Nächstliegende Ortschaften sind Klettbach im Westen und Gutendorf im Osten. Zwischen Gutendorf und Meckfeld erhebt sich der Rüttelsberg in einer Höhe von 470,4 m ü. NN, auf dem ein Sendemast steht.

Meckfeld ist ein Ort im Landschaftsschutzgebiet Mittleres Ilmtal.

Der Ort wurde erstmals 1219 in der Kopie einer Urkunde des Propstes Konrad von St. Marien in Erfurt als Mechefeld genannt. Der Name ist von mecke = Ziege abgeleitet. Als Grundherr trat im Mittelalter das Adelsgeschlecht von Meckfeld auf. Auch das Kloster Berka und später die Herren von Witzleben hatten Besitzungen im Ort. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Meckfeld fast vollständig zerstört. Eine Schule gab es seit 1621. Sie wurde 1929 nach Gutendorf und in den 60er Jahren nach Bad Berka verlegt. Meckfeld war Amtsdorf der Erfurter Vogtei Büßleben, ab Mitte 16. Jahrhundert wurde es vom Amt Tonndorf verwaltet. 1819 kam der Ort zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach in das Amt Berka. Die Einwohner lebten fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Im 16. Jh. wurde Waid angebaut, später beschäftigte man sich aufgrund guter Weideflächen mit der Viehzucht.

   

München

Ortsteilbürgermeisterin:

  • Pölzing, Kerstin

 

Mitglieder Ortsteilrat:

  • Grehs, Sandra
  • Lemke, Heidi
  • Ritschel, Heiko
  • Rossow, Sabrina

Der Bad Berkaer Ortsteil München wurde bereits 1836 in den Heimatverband Berka eingegliedert. Erste Erwähnung fand der 4 km von Bad Berka entfernte Ort 1115 als "ad monachos" (zu den Mönchen). Die erwähnte Mönchszelle gehörte ursprünglich zum Peterskloster in Erfurt und ging später an das Kloster in Berka über. Im 13. Jh. wurde München als wüst bezeichnet. Das später dort errichtete Gut kam 1608 in landesherrlichen Besitz. Anfang des 18. Jh. ließ Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar das Vorwerk München zu einem Jagdschloss ausbauen mit Wildgehege, Fasanerie und Lustgarten. Ab Mitte des 18. Jh. wurde Gut München verpachtet. Als Dorf München mit 1 Erblehngut, 18 Einwohnern und 4 Häusern fand es 1823 Erwähnung. Am 10. Oktober 1898 wurde auf dem Emskopf oberhalb von München die Sophienheilstätte für lungenkranke Männer eröffnet, bis 1994 eine Abteilung der Zentralklinik Bad Berka. Die sanierten früheren Gutsgebäude werden heute für Wohnzwecke und als Ausflugsgaststätte genutzt (mehr unter: www.rittergut-muenchen.de).

 

Filmbeiträge von Bad Berka - TV 

 

   

Schoppendorf

Ortsteilbürgermeister:

  • Fürst, Siegfried

 

Mitglieder Ortsteilrat:

  • Detzner, Mike
  • Röser, René
  • Weiß, Gerald
  • Wollschläger, Sven

 

Homepage des Ortsteils Schoppendorf

Ein liebenswerter Ort ist auch Schoppendorf, ebenfalls am Fuß des Hexenberges gelegen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1337  in Verbindung mit dem Erfurter Ratsmann Heinrich von Schoppendorf. "Schoppen-" könnte aus dem althochdeutschen Wort für Schutzhütte/Schuppen" hergeleitet sein. Das Namensende "dorf" deutet auf fränkische Urbesiedlung hin.  An den Waidanbau im 16. Jahrhundert erinnert noch heute der große Waidstein auf dem Dorfanger. Im 30jährigen Krieg wurde der Ort  völlig zerstört. Doch die Schoppendorfer bauten Häuser und Kirche bald wieder auf. Heute ist Schoppendorf ein Ort, wo es sich - ebenso wie in Bergern - gut leben und feiern lässt.

 

Video Schoppendorf

 

 

   

Tannroda

Ortsteilbürgermeister:

  • Schmieder, Günter

 

Mitglieder Ortsteilrat:

  • Bähr, Thomas
  • Großkunze, Kai
  • Haueisen-Meißner, Manuela
  • Schade, Günter
  • Schiller, Ingolf
  • Schmieder, Rico
  • Schneider, Sebastian
  • Stark, Christian

Tannroda wurde 1115 als Rode in einer Urkunde des Abtes Burchard von St. Peter in Erfurt im Zusammenhang mit der Mönchsniederlassung München bei Berka genannt. Der Ort erschien später als Tannenrode, was sich von Rodung herleitet. Die Herren von Rode (Tannroda) bauten ihre Stammburg zu einer derart widerstandsfähigen Festung aus, dass es der mächtigen Handelsstadt Erfurt 1365 trotz zweimaliger Belagerung nicht gelang, sie einzunehmen. 1403 findet sich die erste Erwähnung als Stadt. 15 Jahre später fielen Burg und Stadt an das berüchtigte Geschlecht derer von Vitzthum, unter denen die Bürger schwere Zeiten erlebten. Apel Vitzthum der Ältere ging unter dem Namen "Thüringer Brandmeister" und sein Sohn, Apel Vitzthum der Jüngere, als "Raubritter" in die Geschichte ein. Ihm ist auch die Zerstörung der Burg durch die Erfurter in Verbindung mit Herzog Wilhelm von Sachsen-Weimar im Jahre 1465 anzulasten. Nur der mächtige Bergfried und verschiedene Mauerreste künden noch von der einst stolzen Festung.
Der sanierte Turm bietet heute einen herrlichen Rundblick in die Umgebung und in die liebevoll restaurierten historischen Gassen, Straßen und Plätze Tannrodas. Auch die im 16. und 17. Jahrhundert entstandenen Schlossbauten erstrahlen zum Teil in neuem Glanz. Ehemalige Stall- und Wirtschaftsgebäude beherbergen seit 1998 das "Thüringer Korbmachermuseum", das auf anschauliche Weise die Tradition des Korbmacherhandwerks vermittelt. Die Korbflechterei war bis Ende des 20. Jahrhunderts ein wesentlicher Erwerbszweig in Tannroda. Außerdem befinden sich in diesem Museum eine Ausstellung zur Stadt- und Schlossgeschichte sowie jährlich neue thematische Sonderschauen.

 

Filmbeiträge von Bad Berka - TV über Tannroda

 

Lindenberg 9 (Schloss)
99438 Bad Berka OT Tannroda

Öffnungszeiten:
Sonnabend und Sonntag: 14 bis 16 Uhr
(Winterpause: November - März)

Besichtigung außerhalb der
Öffnungszeiten nach Vereinbarung:
Tel.: 036450 30683 oder 30744

Email: korbmachermuseum[at]gmail[dot]com

Website: http://www.thüringer-korbmachermuseum.de/verein

 

Sonnabends kann man einem Korbmachermeister bei der Arbeit zusehen. Auch Turmbesteigung und Kirchenbesichtigung sind möglich.

Aufgebaut und gestaltet wurde das Thüringer Korbmachermuseum vom Heimatverein Tannroda e. V.

 

Neue Attraktion im Thüringer Korbmachermuseum Tannroda

Der Riesentragkorb von Kranichfeld mit seiner Geschichte

 

Das Thüringer Korbmachermuseum Tannroda wartet in dieser Saison mit einer neuen Attraktion auf: Anlässlich der  Museumsnacht am 21.Mai 2011 präsentierte der Heimatverein in seinem Museum erstmals den von Korbmachermeister Matthias Grau aus Rittersdorf nachgebauten Riesentragkorb. Bis Ende Oktober 2011 ist diese einmalige Handwerksarbeit nun jeweils an den Wochenenden von 13 bis 16 Uhr zu sehen.

Der Originalkorb entstand aus einer Wette im Jahr 1934 und wurde  von den Kranichfelder Korbmachermeistern Ernst Hoyer und Richard Kaufmann hergestellt. Er hatte folgende Maße: 1,85m hoch, 0,90m im Quadrat am Boden und 1,80 m im Quadrat oben.

Nach dem 2. Weltkrieg zerlegte man den Korb aus Mangel an Weiden und stellte aus ihnen verschiedene Gebrauchsgegenstände her.  Das 300jährige Stadtjubiläum von Kranichfeld 1951 war Anlass für die Kranichfelder Korbmachermeister Otto Schreck und Fritz Pfeifer, den großen Korb - dieses Mal aus einem Stück maß- und formgerecht, wie ein Thüringer Tragkorb auszusehen hat - neu anzufertigen.

In den 1990er Jahren kam dieser Korb leider abhanden und ist nicht mehr auffindbar. So hatte der Rittersdorfer Korbmachermeister Matthias Grau 1999 die Idee, den Riesentragkorb originalgetreu von 1934 zerlegbar nachzubauen. Er stellt ihn nun freundlicherweise als Leihgabe dem "Thüringer Korbmachermuseum Tannroda" zur Verfügung. Die dazugehörige Geschichte können die Besucher im Museum erfahren - jeden Sonnabend und Sonntag von 13 - 16 Uhr. (Text: Rosita Schwager)

Ein weiteres Paradestück des Museums ist ein Korbstuhl, den Korbmachermeister Matthias Grau aus Rittersdorf  nach einem  Entwurf von Henry van de Velde angefertigte. Dieses Ausstellungsstück ist Teil einer Sonderausstellung aus Anlass des 90jährigen Bauhausjubiläums.

Van de Velde (Begründer und Leiter der Weimarer Kunstgewerbeschule  bis 1915) unterhielt enge Kontakte zu den Korbmachern in Tannroda, die zunächst vor allem Körbe produzierten. Um ihre Lebenssituation zu verbessern, schlug er die Anfertigung von Korbmöbeln vor und lieferte den Tannrodaern auch gleich die passenden Entwürfe, die im Korbmachermuseum ausgestellt sind. 

 

mehr zum Schlossgelände Tannroda in folgendem Exposé:

 

Den 12. Heimattag des Kreises Weimarer Land am 7. Mai 2008 in Großschwabhausen nahmen Thüringens Landtagspräsidentin Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski,  Kreisheimatpfleger Karl Moszner sowie Landrat Hans-Helmut Münchberg zum Anlass, um neben anderen verdienstvollen Heimatpflegern Frau Rosita Schwager aus Tannroda für ihr großes ehrenamtliches Engagement zu ehren. Auch Bad Berkas Bürgermeister Thomas Liebetrau dankte Rosita Schwager für ihren unermüdlichen und langjährigen Einsatz zur Rettung und Bewahrung zahlreicher Schätze aus der Tannrodaer Orts- und Heimatgeschichte.

Frau Schwager hat einen ebenso großen Anteil an der Gründung und Entwicklung des Heimatvereins Tannroda wie an der Eröffnung und dem ständigen Ausbau des Thüringer Korbmachermuseums in Tannroda. Bis zum März 2008 leitete sie über 12 Jahre den  Tannrodaer Heimatverein und wusste in dieser Eigenschaft viele Mitstreiter für die Fragen der Heimatpflege zu begeistern. Dabei gelang es ihr, zahlreiche Zeugen der Tannrodaer Ortsgeschichte vor dem Verfall und Vergessen zu retten. Neben den bereits genannten initiierte sie Projekte wie das Flurnamensregister, Flurzüge, Ortschronik, Häuserchronik, Gedenktafel für die Gefallenen des 2. Weltkrieges, Heimatfeste u.a. und setzt sich unermüdlich für deren Realisierung ein. Ihr jüngstes Vorhaben war die Wiederinstandsetzung der Statue am Schloss Tannroda, die am 16. Mai 2009, 18 Uhr, feierlich übergeben wird.

   

Tiefengruben

Ortsteilbürgermeister:

  • Pollex, Axel

 

Mitglieder Ortsteilrat:

  • Kobbert, Andrea
  • Münchberg, Hans-Helmut
  • Nicolai, Axel
  • Wandner, Christiane

 

Mehr zu Tiefengruben unter www.Tiefengruben.de

 

Eines der schönsten und am besten erhaltenen Rundplatz- dörfer ist Tiefengruben. Nur 4 km von Bad Berka entfernt, holte sich der kleine Ort in den vergangenen Jahren mehrere Auszeichnungen im Landes- und Bundes- wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", 2001 sogar eine Goldmedaille. Aufgrund seiner besonderen Siedlungsform steht Tiefengruben seit 1976 unter Flächendenkmalschutz.
Der größte Teil der 1289 erstmals urkundlich erwähnten Ortslage setzt sich aus tortenstückähnlichen Grundstücken zusammen. Die Höfe gruppieren sich als Winkel- oder Dreiseithöfe radial um die Kirche und den Teich in der Dorfmitte. Den Hofraum schließt ein Ring aus Scheunen ab. Dahinter befinden sich die Gärten und Streuobstwiesen, die den Ort abrunden und harmonisch eingrünen. Auf dem Ringweg entlang der Streuobstwiesen vermittelt ein Lehrpfad viele interessante Informationen über diese schützenswerte Landschaft und die rund 90 einheimischen, teilweise sehr alten Obstsorten.

Filmbeiträge von Bad Berka -TV- zu Tiefengruben