Gutendorf

Ortsteilbürgermeisterin

  • Reichardt, Kathrin

Mitglieder Ortsteilrat

  • Damm, Heiko
  • Jahn, Elisabeth
  • Wurmstich, Gerhard
  • Zimmer, Florian

Gutendorf mit seinen rund 170 Einwohnern befindet sich im westlichsten Teil des Kreises Weimarer Land, ca. 6 km von Bad Berka entfernt.

Vom 471 m hohen Rüttelsberg, dem Hausberg der Gutendorfer, hat man bei guter Sicht einen herrlichen Blick weit in das Thüringer Land, insbesondere zum Thüringer Wald mit Inselsberg und in das Saaletal sowie zum Brocken.

Gutendorf wurde 1322 in einer Urkunde zum Verkauf eines Waldstücks bei Gutendorf an das Peterskloster in Erfurt erstmals erwähnt und gehörte zur Herrschaft Tonndorf, kam aber mit dieser 1346 nach dem Grafenkrieg an Erfurt als Mainzer Lehen. In den weiteren Jahren wechselte die Zugehörigkeit Gutendorfs zwischen Sachsen (1592), Erfurt (1680) und Sachsen-Weimar (1815). Anschließend gehörte es zum Verwaltungsbezirk Weimar (1850), ab 1922 zum Landkreis Weimar.

Mit der Neueinteilung des Landes Thüringen 1950/52 in die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl wurde Gutendorf im Bezirk Erfurt dem Kreis Weimar zugeordnet, ab 1994 Kreis Weimarer Land mit der Kreisstadt Apolda. In jenem Jahr schloss sich Gutendorf an die Verwaltungsgemeinschaft "Grammetal" an. Seit 1. Dezember 2008 ist Gutendorf Ortsteil der Einheitsgemeinde Bad Berka.

Kunstgeschichtliches Interesse erweckt die kleine Kirche auf dem teilweise ummauerten einstigen Friedhof. Die Kirche ist dem Heiligen Severinus geweiht und heißt deshalb Sankt Severin. Sie ist als spätromanische Chorturmkirche im 13. Jahrhundert geschaffen und 1692 und 1714 barockisierend umgebaut worden. Der Innenraum wird von einem Tonnengewölbe überspannt und vom barocken Umbau bestimmt. Kanzelaltar, Taufstein und Doppelemporen stammen aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Dach des Kirchturms und des Kirchenschiffs wurden 1995 erneuert. Durch die Überschwemmungen 2013 und 2014 wurde das Kircheninnere stark beschädigt. Es wurde bis 2015 saniert.

Ebenso interessant ist das an der Mauer vor Nr. 13 erhaltene Kalksteinportal aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und das 1804 erbaute Haus Nr. 35 mit seiner Sonnenuhr über dem Portal.

Auch sehenswert sind auf dem Dorfplatz der alte Waidstein und an der Alten Salzstraße, gegenüber der ehemaligen Gastwirtschaft zur Linde, die beiden Linden, deren Alter auf etwa 250 und 300 Jahre geschätzt wird.

Die Landwirtschaft bildete die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung Gutendorfs. Aber auch Wald- und Steinbrucharbeiten trugen zum Broterwerb bei. Bergmännische Schürfversuche im Jahr 1862 liefen erfolglos aus.

Im Jahre 1968 wurde die Dorfstraße, bis dahin eine Kalkschotterstraße, als Teerstraße ausgebaut und erhielt Gehwege. Die Hinterdorfstraße und die Kirchgasse wurden 1969 geteert. Mit der deutschen Wiedervereinigung taten sich auch in Gutendorf neue Möglichkeiten auf. Viele Bürger setzten ihre Häuser weiter instand oder verbesserten ihre Wohnqualität. Die attraktive landschaftliche Lage und die Nähe zu Erfurt und Weimar trugen zur Entstehung von schmucken Neubauten in der Hinterdorfstraße und an weiteren Standorten bei. Im Rahmen der Dorferneuerung konnten die Dorfstraßen ab 1998 grundhaft ausgebaut werden. Gehwege und Hofeinfahrten wurden neu gepflastert, Wasser- und Abwasserleitungen erneuert und Strom- und Telefonleitungen unter die Erde verlegt. Der für die Abwasserbehandlung 1987 angelegte und 1990 fertiggestellte Oxydationsteich wurde 1999 und 2014 umgebaut und ist auf dem neuesten Stand der Technik. Der westliche Teil des Dorfplatzes erhielt 1999 mit Bänken, Leierborn, Waidstein und neuen Buswartehäusern eine völlig neue Gestaltung. 

Bis zum Jahr 2022, dem Jahr der 700-Jahrfeier wird der östliche Teil des Dorfplatzes mit Unterstützung durch die Stadt Bad Berka u.a. mit einem Pavillon und ansprechender Bepflanzung ausgestattet.

Das 1974 gebaute, 1977 mit einer angebauten Gaststätte komplettierte und in den vergangenen Jahren sanierte Kulturhaus ist Zentrum der Freizeitaktivitäten im Ort. In ihm befinden sich mehrere Räumlichkeiten sowie ein großer Saal, die einzeln oder komplett auch für Feiern und Familienfeste gemietet werden können. 

Die Freizeit- und Vereinstätigkeiten im Ort werden hauptsächlich vom Gutendorfer Kultur- und Traditionsverein getragen. Hauptereignis ist die mehrtägige Kirmesfeier, die jeweils am ersten Novemberwochenende stattfindet. Jedes Jahr organisiert der Verein ein Kinder- und Dorffest. Darüber hinaus wurden bis 2015 jährlich ein Fußballturnier, 5 Flurzüge und weitere Veranstaltungen durchgeführt. Im Jahr 2018 gab es zwei Vorträge des Ortschronisten über die Geschichte unseres Dorfes. Zurzeit arbeitet er an einem Buch über Gutendorf, das 2022 fertig sein soll. 

Das Jahr 2022 ist das Jahr, in dem sich die Ersterwähnung Gutendorfs zum 700. Mal jährt. Für das Festjahr sind viele Events, wie die Vorstellung und der Verkauf des Buches über Gutendorf, ein Festwochenende, eine Ausstellung mit wechselnden Bildern aus Gutendorf und weitere Höhepunkte geplant. Mitte 2021 hat Gutendorf 177 Einwohner. In den Gärten und auf den Weiden ums Dorf sieht man, außer den Rindern der Agrargenossenschaft, Hochlandrinder, Rhönschafe, Alpakas und Esel.