Tannroda

Ortsteilbürgermeister:

  • Schmieder, Günter

Mitglieder Ortsteilrat:

  • Bähr, Thomas
  • Großkunze, Kai
  • Hackenberg, Christian
  • Schade, Günter
  • Schiller, Ingolf
  • Schmieder, Rico
  • Schneider, Sebastian
  • Stark, Christian

 

Mehr zu Tannroda unter www.tannroda.de

Tannroda wurde 1115 als Rode in einer Urkunde des Abtes Burchard von St. Peter in Erfurt im Zusammenhang mit der Mönchsniederlassung München bei Berka genannt. Der Ort erschien später als Tannenrode, was sich von Rodung herleitet. Die Herren von Rode (Tannroda) bauten ihre Stammburg zu einer derart widerstandsfähigen Festung aus, dass es der mächtigen Handelsstadt Erfurt 1365 trotz zweimaliger Belagerung nicht gelang, sie einzunehmen. 1403 findet sich die erste Erwähnung als Stadt. 15 Jahre später fielen Burg und Stadt an das berüchtigte Geschlecht derer von Vitzthum, unter denen die Bürger schwere Zeiten erlebten. Apel Vitzthum der Ältere ging unter dem Namen "Thüringer Brandmeister" und sein Sohn, Apel Vitzthum der Jüngere, als "Raubritter" in die Geschichte ein. Ihm ist auch die Zerstörung der Burg durch die Erfurter in Verbindung mit Herzog Wilhelm von Sachsen-Weimar im Jahre 1465 anzulasten. Nur der mächtige Bergfried und verschiedene Mauerreste künden noch von der einst stolzen Festung.
Der sanierte Turm bietet heute einen herrlichen Rundblick in die Umgebung und in die liebevoll restaurierten historischen Gassen, Straßen und Plätze Tannrodas. Auch die im 16. und 17. Jahrhundert entstandenen Schlossbauten erstrahlen zum Teil in neuem Glanz. Ehemalige Stall- und Wirtschaftsgebäude beherbergen seit 1998 das "Thüringer Korbmachermuseum", das auf anschauliche Weise die Tradition des Korbmacherhandwerks vermittelt. Die Korbflechterei war bis Ende des 20. Jahrhunderts ein wesentlicher Erwerbszweig in Tannroda. Außerdem befinden sich in diesem Museum eine Ausstellung zur Stadt- und Schlossgeschichte sowie jährlich neue thematische Sonderschauen.

Filmbeiträge von Bad Berka - TV über Tannroda

Lindenberg 9
99438 Bad Berka OT Tannroda

Rundweg über das Stiftungsgelände der Burg Tannroda*

* die Nummerierung im Text finden sich in der oben verlinkten Karte wieder 

Vom Dorf kommend, nehmen Sie den steilen Fußweg neben der Straße "Lindenberg". Dieser beginnt etwa in Höhe des Pfarrhauses (hohe Mauern links der Straße) auf der rechten Seite (gelbes Haus rechts). Jetzt befinden Sie sich bereits auf dem Stiftungsgelände. Wenn sie den Blick nach oben rechts wenden, erblicken Sie den Giebel des Ostflügels (1) der Anlage. 

Oben an gekommen breitet sich der Lindenberg (2) mit seinen alten, schatten- spendenden Linden vor Ihnen aus. Direkt geradeaus schauen Sie auf die Kirche (3) (1824 von Coudray erbaut) des Ortes. Diese ist in der Regel tagsüber für Besucher geöffnet. Dort gibt es wechselnde Kunstausstellungen. Darüber hinaus finden dort auch unregelmäßig Konzerte statt (Infos dazu: "Kulturort Tannroda")

Rechter Hand lädt die Terrasse (4) unseres kleinen GastRaums zum Verweilen ein. Die Gaststätte unter der Führung vom Karin Strelau 0174 9411229 ist regelmäßig Fr bis So zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet. Auch darüber hinaus sind die Türen oft zusätzlich geöffnet. Schauen Sie einfach mal nach, ob Karin da ist. Sie bietet Kaffee und Kuchen, Salate, Suppen, vegetarische Speisen und Nachtische an. 

Weiterhin befindet sich unser Feuerring-Platz (5) und ein Brunnen mit Sitzbänken (6) auf dem Lindenberg. Bitte verlassen Sie nun den Lindenberg über die kleine Treppe Richtung Kirche und gehen dann nach rechts über den Parkplatz bis zur flachen Mauer (7). Von hier aus eröffnet sich für Sie der Blick über den Innenhof und die Gebäude der Vorburg. 

Ganz links mit der alten Wetterfahne der Familie von Gleichen am Giebel, befindet sich unser "Haus Anna" (8). Es wird gerade von einem unserer Stiftungsmitglieder saniert und soll anschließend als privates Wohnhaus genutzt werden. 

Der folgende langgezogene Trakt, der sogenannte Westflügel (9) (ehemals Küche und Gesindehaus), wird zurzeit ebenfalls saniert. Hier entstehen 5 Wohnungen für Mitglieder der Kooperative, sowie ein Büro und eine Ferienwohnung.

Das Haus mit dem Schieferdach ist das sogenannte "Blaue Schloss" (10) (1700 erbaut), das ehemalige Herrenhaus der Anlage. Es wird ebenfalls sukzessive saniert und soll zukünftig als Kulturhaus entwickelt werden.

Die folgende Baulücke (11) ist als Wohnhaus geplant gewesen. Leider sind aufgrund der steigenden Baupreise die Investoren abgesprungen. Hier versucht die Stiftung eine neue Lösung zu finden, um das Projekt doch noch realisieren zu können. 

Geradeaus schauen Sie auf den "Nordflügel" (12) (ehemals Werkstätten) der Anlage, welcher zurzeit noch vom Heimatverein des Ortes als "Korbmachermuseum" genutzt wird (Öffnungszeiten Sa+So je 14 Uhr) . Mit Ende des Pachtvertrages im Jahre 2026 wird das Museum geplant ins "Blaue Schloss" umziehen und der Nordflügel zum Wohnhaus umfunktioniert werden.

Rechts blicken Sie auf den "Ostflügel" (13) (ehemals Stallungen) der Anlage. Dort befinden sich heute drei Seminarräume (Eingang letzte Tür rechts nur für Seminarteilnehmer), die Gaststätte (Hintereingang für das Personal, mittlere Tür) und zwei Wohnungen (vordere Tür, nur privater Zutritt). Der Zugang zur Gaststätte und zu den öffentlichen Toiletten befindet sich im Tordurchgang.

Drehen Sie sich nun bitte herum. Am Ende des Parkplatzes befindet sich rechts hinten eine kleine Treppe (14), die zum Bergfried (15) (12. Jahrhundert) hinauf führt. Bitte nutzen Sie die Gelegenheit und genießen Sie den wunderschönen Ausblick über das mittlere Ilmtal von der Aussichtsplattform des Turms aus. Der Aufstieg lohnt sich (täglich 09:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, wenn die Witterung es erlaubt). Neben dem Bergfried befinden sich die romantischen Überreste eines alten Wohnturms (15. Jahrhundert).

Wenn Sie den Turm wieder verlassen, gehen Sie bitte über die kleine Streuobstwiese abwärts nach Süden. Dort stoßen Sie auf unseren geschotterten Waldweg, welcher Sie rechter Hand hinunter ins Ilmtal führt (17). Überqueren Sie die kleine Brücke über den Graben (18) und umrunden anschließend die beiden kleinen Seen. Der Weg hinten zwischen den Seen und der Ilm ist besonders romantisch.

Abschließend kehren Sie wieder über die kleine Brücke zurück und halten sich dann links, um im Rundgang wieder zu Ihrem Ausgangspunkt zurück zu kehren. Gönnen Sie sich gern noch eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen im GastRaum der Burganlage. 

www.burg-tannroda.de

Lindenberg 9
99438 Bad Berka OT Tannroda

Öffnungszeiten:
Sonnabend und Sonntag: 14 bis 16 Uhr
(Winterpause: November - März)

Besichtigung außerhalb der
Öffnungszeiten nach Vereinbarung:
Tel.: 036450 30683 oder 30744

Email: korbmachermuseum[at]gmail[dot]com

Website: http://www.thüringer-korbmachermuseum.de/verein

Sonnabends kann man einem Korbmachermeister bei der Arbeit zusehen. Auch Turmbesteigung und Kirchenbesichtigung sind möglich.

Aufgebaut und gestaltet wurde das Thüringer Korbmachermuseum vom Heimatverein Tannroda e. V.

 

Neue Attraktion im Thüringer Korbmachermuseum Tannroda

Der Riesentragkorb von Kranichfeld mit seiner Geschichte

Das Thüringer Korbmachermuseum Tannroda wartet in dieser Saison mit einer neuen Attraktion auf: Anlässlich der  Museumsnacht am 21.Mai 2011 präsentierte der Heimatverein in seinem Museum erstmals den von Korbmachermeister Matthias Grau aus Rittersdorf nachgebauten Riesentragkorb. Bis Ende Oktober 2011 ist diese einmalige Handwerksarbeit nun jeweils an den Wochenenden von 13 bis 16 Uhr zu sehen.

Der Originalkorb entstand aus einer Wette im Jahr 1934 und wurde  von den Kranichfelder Korbmachermeistern Ernst Hoyer und Richard Kaufmann hergestellt. Er hatte folgende Maße: 1,85m hoch, 0,90m im Quadrat am Boden und 1,80 m im Quadrat oben.

Nach dem 2. Weltkrieg zerlegte man den Korb aus Mangel an Weiden und stellte aus ihnen verschiedene Gebrauchsgegenstände her.  Das 300jährige Stadtjubiläum von Kranichfeld 1951 war Anlass für die Kranichfelder Korbmachermeister Otto Schreck und Fritz Pfeifer, den großen Korb - dieses Mal aus einem Stück maß- und formgerecht, wie ein Thüringer Tragkorb auszusehen hat - neu anzufertigen.

In den 1990er Jahren kam dieser Korb leider abhanden und ist nicht mehr auffindbar. So hatte der Rittersdorfer Korbmachermeister Matthias Grau 1999 die Idee, den Riesentragkorb originalgetreu von 1934 zerlegbar nachzubauen. Er stellt ihn nun freundlicherweise als Leihgabe dem "Thüringer Korbmachermuseum Tannroda" zur Verfügung. Die dazugehörige Geschichte können die Besucher im Museum erfahren - jeden Sonnabend und Sonntag von 13 - 16 Uhr. (Text: Rosita Schwager)

Ein weiteres Paradestück des Museums ist ein Korbstuhl, den Korbmachermeister Matthias Grau aus Rittersdorf  nach einem  Entwurf von Henry van de Velde angefertigte. Dieses Ausstellungsstück ist Teil einer Sonderausstellung aus Anlass des 90jährigen Bauhausjubiläums.

Van de Velde (Begründer und Leiter der Weimarer Kunstgewerbeschule  bis 1915) unterhielt enge Kontakte zu den Korbmachern in Tannroda, die zunächst vor allem Körbe produzierten. Um ihre Lebenssituation zu verbessern, schlug er die Anfertigung von Korbmöbeln vor und lieferte den Tannrodaern auch gleich die passenden Entwürfe, die im Korbmachermuseum ausgestellt sind. 

Den 12. Heimattag des Kreises Weimarer Land am 7. Mai 2008 in Großschwabhausen nahmen Thüringens Landtagspräsidentin Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski,  Kreisheimatpfleger Karl Moszner sowie Landrat Hans-Helmut Münchberg zum Anlass, um neben anderen verdienstvollen Heimatpflegern Frau Rosita Schwager aus Tannroda für ihr großes ehrenamtliches Engagement zu ehren. Auch Bad Berkas Bürgermeister Thomas Liebetrau dankte Rosita Schwager für ihren unermüdlichen und langjährigen Einsatz zur Rettung und Bewahrung zahlreicher Schätze aus der Tannrodaer Orts- und Heimatgeschichte.

Frau Schwager hat einen ebenso großen Anteil an der Gründung und Entwicklung des Heimatvereins Tannroda wie an der Eröffnung und dem ständigen Ausbau des Thüringer Korbmachermuseums in Tannroda. Bis zum März 2008 leitete sie über 12 Jahre den  Tannrodaer Heimatverein und wusste in dieser Eigenschaft viele Mitstreiter für die Fragen der Heimatpflege zu begeistern. Dabei gelang es ihr, zahlreiche Zeugen der Tannrodaer Ortsgeschichte vor dem Verfall und Vergessen zu retten. Neben den bereits genannten initiierte sie Projekte wie das Flurnamensregister, Flurzüge, Ortschronik, Häuserchronik, Gedenktafel für die Gefallenen des 2. Weltkrieges, Heimatfeste u.a. und setzt sich unermüdlich für deren Realisierung ein. Ihr jüngstes Vorhaben war die Wiederinstandsetzung der Statue am Schloss Tannroda, die am 16. Mai 2009, 18 Uhr, feierlich übergeben wird.